Marie’s Blog =)


Veränderungen

Es ist  Dienstag der 14.April. Ich bin an dem Punkt angelangt, an dem ich entweder ganz schnell eine neue Familie finde oder den schnellstmöglichen Rückflug nach Deutschland buche .Meine Vorsätze, wenn man etwas angefangen hat, muss man es auch zu Ende bringen, sind dahin. Ich bin total fertig mit den Nerven. Die Situation in meiner Familie hat sich leider durchweg negativ anstatt positiv entwickelt, zusätzlich kommt jetzt auch im richtigen Moment meine Sehnenscheidenentzündung zurück. Ich schreibe zwei E-Mails: Die erste an eine Familie, mit der ich durch eine Freundin bekannt geworden bin und die mir ihre Hilfe zugesagt haben, die andere an meine Sprachlehrerin, ob ich auch einfach nur das Examen ab Schluss absolvieren kann, ohne am Unterricht teilzunehmen, damit ich zurück nach Deutschland kann. Von beiden Empfängern kriege ich eine positive Nachricht.

Zwei Tage später komme ich total abgehetzt am Bahnhof in Aravaca an. Dort warten drei total liebe Kinder (Beatrice, 5 Jahre alt; Jaime, 8 Jahre alt und Theresa, 12 Jahre alt) mit ihrer Mutter auf mich. Ich soll sie heute kennen lernen, damit sie entscheiden können, ob ich ihr eventuelles Au-Pair bin. Ich bin total begeistert, die Kinder sind nett, die Wohnung ist sehr schön und ich müsste mich ausschließlich um die Kinder kümmern. Mein Highlight ist zusätzlich auch noch ein Zimmer MIT Tür und ein eigenes Bad. Im Aufzug auf dem Weg zurück zum Bahnhof sagen sie mir dann, dass sie mich gerne bei sich aufnehmen, ich bin sehr glücklich und steige beschwingt in meinen Zug.

Anfang Mai ziehe ich endlich um! Natürlich war der Abschied trotz allem nicht einfach, da mir vor allem Anabel sehr ans Herz gewachsen ist. Aber ein Abschied bedeutet auch immer ein Neuanfang, auf den ich mich sehr freue. Ich wurde herzlich in meiner neuen Familie aufgenommen und bin abends mit einem Lächeln auf dem Gesicht eingeschlafen, weil ich so dankbar für alles bin, dass mir Gott jeden Tag auf´s neue schenkt-kleine und große Dinge.

Zwei Wochen lang wohne ich jetzt schon mit meiner neuen Familie in Aravaca.

Theresa und Jaimé nach dem Kuchen essen (er war suuuperlecker)

Theresa und Jaimé nach dem Kuchen essen (er war suuuperlecker)

Beatrice und ich beim Backen

Beatrice und ich beim Backen

Und jetzt will ich euch erst mal ein bisschen neidisch machen: Ich habe die nobelste Dusche, die ich je in meinem Leben gesehen habe (sie ist wie ein kleiner Raum, in den ich rein laufen kann und hat einen „Springrain“-Duschkopf…), wenn ich die Tür meines Kleiderschranks aufmache, geht ein Licht an, wenn ich abends Kleidung in die Wäsche mache, liegt sie am nächsten Tag gewaschen und gebügelt in meinem Zimmer, jede Woche putzt eine Putzfrau mein Bad und mein Zimmer, ich brauche nur 10 Minuten, bis ich in Madrid bin, ab Juni ist der Swimmingpool eröffnet….Obwohl ich hier zeitlich fast noch mehr eingespannt bin (hier wird nämlich nach spanischer Lebensweise gelebt, das heißt, die Kids gehen erst gegen 22.00 Uhr ins Bett), macht es mir wahnsinnig Spaß, weil die Arbeit einfach angenehmer ist und ich letztlich eben einen Rückzugsort habe.

Eine Veränderung gibt es auch in meinem sozialen Umfeld. Seit Ostern gehe ich jetzt regelmäßig in die Immanuel Baptist Church in Madrid und es gibt nichts Besseres! Ich lerne immer mehr Leute kennen, werde integriert, mache jetzt sonntags Kindergottesdienst und bin bei vielen Aktivitäten dabei. Vorletztes Wochenende war zum Beispiel ein Hike in den Bergen angesagt, das superviel Spaß gemacht hat. Ich fühle mich dort total wohl und genieße die Gemeinschaft.

Nicole und ich in den Bergen

Nicole und ich in den Bergen

Reachel( die leider schon wieder in Ohio ist) y yo...

Reachel( die leider schon wieder in Ohio ist) y yo...

Manchmal brauchen die Dinge eben ein bisschen Zeit, um zu entstehen und Gott hat oft einen anderen Weg geplant, als wir. Obwohl ich eine harte Zeit hinter mir habe, war sie doch auch lehrreich für mich und ich will sie nicht missen. Vor allem im vergangenen halben Jahr habe ich gelernt, Gott zu vertrauen, ihm einfach alles hinzulegen und zu sagen, das ist mein Leben, mach daraus, was du dir vorstellst. Ich vertraue dir!

Ich kann mir nun fast gar nicht mehr vorstellen, dass ich vor drei Wochen kurz davor war, nach Deutschland zurückzukehren und bin sehr dankbar, dass ich hier bleiben kann. Leider neigt sich auch meine Zeit schon langsam dem Ende zu, aber eigentlich will ich gar nicht mehr zurück.

Ganz liebe Grüße aus Madrid


Meli und Sarah sind da!!!

Was mache ich jetzt? Ich bin hier am Flughafen und Sie sind irgendwie nicht da. Ich habe an der Information gefragt und die haben gemeint, es ist kein Flug um die abgesprochene Uhrzeit angekommen und es gibt auch keinen, der Verspätung hat. Es ist jetzt fast Mitternacht und wenn ich jetzt nicht bald zur Metrostation gehe, muss ich am Flughafen übernachten…Hoffentlich sind sie so schlau und kriegen irgendwie raus, wo das Hostel ist, den Namen hab ich ihnen ja gesagt. Ich fahr jetzt einfach dorthin und gucke, ob sie da sind. Und wenn nicht…Ach, das überlege ich dann. Um 1.30 Uhr nachts komme ich am Cat´s Hostel an, in dessen gemischten 10-Betten Zimmer mein Besuch aus Deutschland und ich die nächsten drei Nächte verbringen werden. Verdammt, es ist dunkel, und ich erkenne nicht, ob Sie da sind, aber die grünen Chucks da könnten zu Meli gehören. Ich geh einfach zur Rezeption und frage, ob sie eingecheckt haben. Und das haben Sie, ein Stein fällt von meinem Herzen…endlich kann ich ins untere Bett des Etagenbettes liegen und schlafen, um dann relativ bald von dem Schnarchen, das mich und Meli die nächsten Nächte verfolgen wird und aus dem oberen Bett neben der Tür kommt, wieder aufzuwachen. Etwas turbulent hat die ganze Sache gestartet, aber das Missverständnis hat sich letztlich aufgeklärt und ich bin einfach nur froh, dass Sie da sind. Sie sind Meli und Sarah aus Stuttgart, die mich übrigens auch bei meinem Hinflug tatkräftig unterstützt haben, da ich von ihnen zum Flughafen gebracht wurde, sie mich verabschiedet haben und die Hälfte meines Gepäcks mitgenommen haben (aber das ist eine andere Geschichte).Jetzt darf ich ihnen meine tolle Stadt Madrid zeigen! Als ich das Programm ausgearbeitet habe, habe ich auch selber gemerkt, wie wenig ich eigentlich selbst von Madrid gesehen habe. So, wie wir ein vielfältiges Kulturprogramm zusammen erleben, von Parque de Retiro, Plaza Mayor bis zu ägyptischen Templo de Debod, erleben wir auch ein facettenreiches Wetter, von Sonnenschein, bei dem Sarah sogar einen Sonnenbrand kriegt, bis zu kalten Schmuddelwetter, bei dem wir jeden Moment damit rechnen, dass es losschneit.

Sarah und Meli vor dem Palacio Real

Sarah und Meli vor dem Palacio Real

Templo de Debod uuuuuund Meli

Templo de Debod uuuuuund Meli

Parque del Bueno Retiro. In dem See sind wir auch Boot gefahren und haben dort eine Karrikatur von und zeichnen lassen

Parque del Bueno Retiro. In dem See sind wir auch Boot gefahren und haben dort eine Karrikatur von und zeichnen lassen

gruselige und langwierige Osterprozession am Plaza Mayor

gruselige und langwierige Osterprozession am Plaza Mayor

Sarah beim gemütlichen Kaffee trinken (es war draußen so kalt und regnerisch, dass wir und in ein Kaffee gerettet haben...

Sarah beim gemütlichen Kaffee trinken (es war draußen so kalt und regnerisch, dass wir und in ein Kaffee gerettet haben...

Leider muss ich die beiden viel zu schnell wieder zum Flughafen bringen. Nachdem ich sie bei der Sicherheitskontrolle verlasse, passiert etwas, von dem ich nicht gedacht hätte, dass ich dazu fähig bin, Ich kriege ein bisschen Heimweh…Wir haben diesen Madrid-Trip zusammen gemacht und sie fliegen jetzt wieder Heim und ich nicht. Irgendwas läuft da falsch, wieso bleibe ich denn hier? Ich wäre wirklich gerne mit Ihnen zurück geflogen…aber so schnell das Heimweh da war, so schnell ist es auch wieder gegangen. Ich muss einfach an die Menschen denken, die ich hier kennen lernen darf, die Sprache, die ich lernen darf und an die Kultur, in der ich leben darf. Meli und Sarah, danke, dass ihr mich besucht habt, ich hatte eine geniale Zeit! Ihr seid die Besten!!!

Mützentag =)

Mützentag =)


Durchatmen in Sevilla

Es ist der 20.03.2009, 4.00 Uhr morgens. Gefühlsmäßig befinde ich mich mitten im Nirgendwo, realistisch gesehen bin ich an einer Bushaltestelle in Sevilla. Alle Verbindungen zu meinem Hostel, die ich mir herausgesucht habe sind total hinfällig, da um diese Uhrzeit natürlich keine öffentlichen Verkehrsmittel fahren. Hmmm, was mache ich jetzt? Am besten ich frage jemand, der auch mit dem Bus gefahren ist…“ Was, ihr seid auch Deutsche? Maaan, die Welt ist einfach so klein!“Glücklicherweise treffe ich drei nette deutsche Studenten, die eine Karte von Sevilla und vor allem Orientierung haben. Netterweise begleiten sie mich bis fast zur Tür meines Hostels und endlich kann ich ein bisschen Schlaf nachholen, den ich leider während der 6-stündigen Busfahrt nach Sevilla nicht hatte. Im Hostel erwarten mich die drei anderen Mädels-schlafend natürlich. Ich bin nämlich einen Tag später angereist, da meine Gastmama einen Hexenschuss hatte und mich deshalb länger gebraucht hat. Das bedeutete aber auch, dass ich die totale Horrorwoche hinter mir hatte und selbst total fertig war!

Als wir dann nach einem total überraschend gutem Frühstück (die Spanier sind nicht so die Frühstücker, deshalb heißt Frühstück inklusive meistens, dass man zwei Kekse und einen Espresso bekommt, was meiner Philosophie soviel wie möglich im Hostel zu essen, damit man sich später nichts mehr kaufen braucht, natürlich nicht so entgegen kommt) begeben wir uns dann auf die große Sightseeingtour. Ich bin so überglücklich endlich eine Auszeit zu haben, dass ich es gar nicht fassen kann!

Sevilla ist eine richtige Urlaubsstadt, überall Palmen, es hat schon um die 30 Grad und dann noch die ein oder andere Sehenswürdigkeit, wie z.B. eine gigantische Kathedrale oder den schönen Plaza de Espana. Außerdem gibt es einen relativ großen Fluss, der durch die ganze Stadt fließt und an dessen Ufer man super entspannen kann. Natürlich lassen wir uns auch nicht den Spaß nehmen, ein Paddelboot zu mieten und im Fluss herumzutuckern.

Das Nachtleben gestalten Elina und ich so, dass wir uns selbst mit Getränken verpflegen, uns an einen Platz setzen, an dem hunderte von Jugendlichen ihren Abend beginnen und eine Menge Spaß und gute Gespräche haben. Die anderen sitzen übrigens indes in einer Flamenco-Tanzvorstellung, aber ich bin froh, dass wir einfach das Flair dieser Stadt genießen können und mittendrin sind!

Dann geht’s natürlich noch ein bisschen von Bar zu Bar-zwischendurch habe ich auch die anderen Deutschen wieder getroffen und noch einige andere Leute kennen gelernt. Mal wieder als Letzte begebe ich mich an diesem Abend ins Bett.Der nächste Tag ist hauptsächlich davon geprägt, dass uns allen die Füße weh tun, was unsere Aktivität etwas einschränkt. Trotzdem versuchen wir, das beste aus unserem letzten Tag herauszuholen, da es nachmittags leider schon wieder heimwärts geht. Wir sitzen in der Sonne (die mittlerweile echt richtig knallt, bin gestern sogar ein bisschen rot geworden, aber nur auf einer Seite *g*) und gucken noch einige Sachen an, die wir am Vortag nicht geschafft haben.

Am 22.03 um 1.00 Uhr nachts befinde ich mich gar nicht alleine, müde und glücklich wieder in Madrid. Während der Busfahrt haben wir diskutiert, wo wir lieber wären, in Sevilla oder in Madrid. Die zwei Englischsprachigen haben gemeint in Sevilla, Elina und ich waren eindeutig für Madrid. Sevilla ist zwar eine total schöne Stadt zum Urlaub machen für ein paar Tage, aber LEBEN kann man besser in Madrid (außerdem wollte ich im Sommer eindeutig nicht in Sevilla sein, wenn es im März schon so warm ist!!!)

Elina und ich vor der Kathedrale...=)

Elina und ich vor der Kathedrale...=)

Brittany,Jo und ich vor der alten Stadtmauer

Brittany,Jo und ich vor der alten Stadtmauer

Urlaubsfeeling

Urlaubsfeeling

und gutaussehende Männer gibts da natürlich auch...*g*

und gutaussehende Männer gibts da natürlich auch...*g*

Und noch mehr Bilder gibts in meinem Webalbum!

Hab Euch alle lieb!!!

Marie


Fotos…

An alle, die vielleicht gerne mal ein paar Bilder von mir sehen würden,links von ihnen befindet sich ein Link zu meinem Webalbum, also einfach darauf klicken und anschauen =) So könnt ihr einen kleinen Eindruck bekommen, wie es in Madrid so aussieht ,was man hier so bei einer Pyjameparty zu zweit macht , wie genial der Flohmarkt war, auf dem ich am Sonntag war (ich liebe Flohmärkte), was für ein schönes Wetter wir wieder haben (es ist Frühling!!!) und und und…

Marie im wunderschönen Park "Retiro"

Marie im wunderschönen Park "Retiro"

Für euch das allerbeste =) Liebe Grüße, Marie


Mi cumpleanos (my birthday)

ich war ein kleines bisschen zu Alyoscha findeAlyoscha findet meine Muffins auch leckert meine Muffins auch leckerfrüh…ich war ein kleines bisschen zu früh…


Language School and Sunshine

Wisst ihr was? Ich sitze gerade im T-shirt draußen auf der Terrasse meiner language school  ,trinke einen „café con leche“ und lasse mich von der Sonne anstrahlen =) Seit einigen Tagen ist nun endlich Schluss mit Schnee und Schneematsch und das genieße ich in vollen Zügen.
Auch in meinem Tagesablauf hat sich seit letzter Woche etwas verändert, ich gehe nämlich jetzt morgens immer zwei Stunden in den Spanischunterricht: „Me llamo Marie y yo soy alemana. Yo echo de menus mis amigos y mi familia.“ Spanisch lernen macht wahnsinnig Spaß, weil ich alles sofort anwenden kann und es total toll finde, dass ich mich Stück für Stück immer ein bisschen besser verständigen kann.  Unser Kurs besteht nur aus sieben Leuten, was mich am Anfang sehr überrascht hat, ich mittlerweile aber echt toll finde, weil man so mehr zum Sprechen kommt, was mir als „learning by doing-Mensch“ natürlich sehr entgegenkommt. Außerdem übe ich auch gleichzeitig mein Englisch, da in meinem Kurs noch zwei andere Au Pairs sind, eine aus den USA und eine aus Finnland, mit denen ich mich in Englisch unterhalte. Mit mir zusammen lernen noch eine Koreanerin und drei Chinesinnen Spanisch, was manchmal sehr amüsant ist, da sie nicht wirklich ein „r“ aussprechen können und man das hier ja sogar rollen muss, sie jedoch immer „l“ sagen.
Da ich den ganzen Tag eigentlich keine Freizeit habe und erst abends ab 21.00 Uhr mal durchatmen kann, kommt das Lernen bei mir meistens etwas zu kurz (was im Bezug auf den Kurs nicht so schlimm ist, weil ich in punkto Grammatik schon Vorkenntnisse habe, denn bei mir wissen leider nicht alle, was ein Infinitiv ist),was mich manchmal ein bisschen nervt.
Ich dachte, wenn ich ein bisschen routinierter bin, fühle ich mich nicht mehr so gestresst, doch leider hat sich daran nichts geändert. Manchmal finde ich, dass meine Gastfamilie ein bisschen viel von mir verlangt, vor allem jetzt, wo ich auch andere Au Pairs kennen gelernt habe, die wesentlich weniger Arbeitszeit haben wie ich. Aber ich versuche es als Herausforderung zu sehen, mit zwei Dingen klar zu kommen, die mir besonders schwer fallen.  Zum Einen, dass ich so gut wie keine Privatsphäre habe (mein Zimmer ist im obersten Stockwerk, doch leider bin ich nur durch einen dünnen Vorhang zur offenen Treppe und somit dem Rest des Hauses getrennt), zum Beispiel kann ich so gut wie keine Musik hören oder morgens mal früher aufstehen, damit ich etwas Zeit für mich habe, weil ich sonst alle anderen aufwecken würde, und, dass ich fast den ganzen Tag mit Putzen und Hinterherräumen von anderer Leute Sachen verbringe (früher habe ich das meistens nicht mal mit meinen eigenen Sachen hingekriegt *g*).  Doch so verzweifelt und kaputt ich manchmal bin, desto mehr entschädigt mich Gott mit kleinen Dingen, wie dem Sonnenschein, den er mir geschenkt hat, meine tolle Spanischlehrerin oder dem kleinen Alyoscha, der immer öfters will, dass ich etwas mit ihm mache, anstatt jemand anders aus der Familie und natürlich der süßen Anabel, die mit Schreien aufhört, wenn ich sie auf den Arm nehme und sich an mich kuschelt.
Außerdem war ich dieses Wochenende das erste Mal richtig in Madrid und bin total begeistert! Ich möchte jeden Winkel (naja, fast jeden zumindest) von Madrid kennen lernen und soviel Zeit wie möglich dort verbringen. Das muss nicht in erster Linie sightseing sein, sondern einfach durch die Straßen laufen, in einen Park sitzen oder eine Kaffee trinken und andere Leute beobachten. Ich genieße die Kultur, den lifestyle , das Großstadtleben und die schönen Bauwerke Madrids.
Ich habe jetzt auch schon Bekanntschaft mit einigen anderen Au Pairs gemacht, doch leider hat sich noch keine vielversprechende Freundschaft entwickelt, was auch daran liegt, dass ich im Vergleich zu den anderen die Nachmittage nicht frei habe und daher auch nichts mit ihnen unternehmen kann. Ich setze meine Hoffnung jetzt in die englischsprachige Baptistengemeinde im Zentrum von Madrid, die ich durch Recherchieren im Internet gefunden habe und deren Jugendgruppe ich am Mittwoch mal einen Besuch abstatten werde.

Soviel zu mir =) Ich hoffe, es geht euch gut und ihr könnt mich auch gerne mal in Madrid besuchen!!!

Hasta luego, Marie

P.S: Ich entschuldige ich mich bei allen, denen  ich noch nicht geschrieben habe, aber ich komme einfach nicht dazu alles zu machen, was ich mir eigentlich vorgenommen habe. Dafür denke ich oft an euch, egal wo ihr seid, in Deutschland, Jordanien oder England…=)
Fotos gibt es übrigens, wenn meine DigiCam endlich repariert ist…


Meine erste Woche in Spanien…

„Maaarihiiiie, spielst du was mit mir?“ ist wohl der Satz, den ich in meiner ersten Woche in Spanien am häufigsten gehört habe. Gesagt hat ihn niemand geringerer als der 6-jährige Alyoscha, der sich regelmäßig in verschiedene Monster oder furchteinflößende Pokemon transformed, eh viel besser spanisch sprechen kann, als ich (womit er allerdings recht hat *g* und zudem kann er auch noch deutsch und englisch…) ,und aus Prinzip sagt, er will das nicht essen, wenn man ihm was auf den Teller macht. Außerdem spielt Alyoscha sehr gerne Fußball und geht jeden Freitag ins Schwimmen.
Die kleine Anabel kann noch nicht reden, aber wenn sie es könnte, dann würde sie wohl die ganze Zeit entweder sagen, dass sie Hunger hat,gewickelt werden will oder ich sie jetzt endlich in der Gegend rumtragen soll, damit sie ganz gemütlich einschlafen kann.
Und dann sind da noch die Eltern von den beiden, mit denen ich mich sehr gut verstehe, die aber natürlich auch noch Anforderungen an mich stellen. So bin ich also oft damit beschäftigt, die Küche aufzuräumen, Wäsche zu machen und zu bügeln und was sonst noch so anfällt.
Wir alle fünf wohnen in einer Kleinstadt namens Moralzarzal (wer Lust hat, kann mal versuchen, diesen Namen spanisch auszusprechen, das heißt die „r“s rollen und das „z“ wie ein „th“ im Englischen zu sprechen, viel Spaß!), in der Nähe von der Hauptstadt Spaniens. Gerade herrscht bei uns ein reges Schneetreiben, das die Spanier schon viele Jahre nicht mehr gehabt haben und auch leider nicht genau wissen, wie sie sich nun im Straßenverkehr verhalten sollen.
Ich habe mich bisher ganz tapfer geschlagen (zwar freue ich mich schon wahnsinnig auf´s Wochenende, an dem ich endlich ausspannen kann), vor allem mit meinen spartanischen Spanischkenntnissen…*g*Ich finde es so lustig, wenn ich irgendwo hingehe und etwas wissen will oder so und ich die Leute einfach in Englisch volllaber (in der Regel kann ein Spanier kein Englisch) und sie in spanisch zurücklabern, aber wir doch beide wissen, was wir voneinander wollen.
Nächste Woche beginnt dann mein Spanischkurs, den ich jeden Tag zwei Stunden besuchen werde und in dem ich dann hoffentlich auch andere Jugendliche hier in der Umgebung kennen lerne, damit ich in meiner Freizeit jemanden habe, mit dem ich etwas unternehmen kann.
Jeden Sonntag um 11 Uhr gehe ich dann mit meiner Gastfamilie in den Gottesdienst einer Baptistengemeinde. Leider verstehe ich kein Wort von der Predigt, aber der Lobpreis ist, wie ich festgestellt habe, eine sehr gute Spanischübung, weil ich die Wörter auf der Folie sehe, mir die Übersetzung aus dem Französischen oder Englischen herleiten kann, und dann noch höre, wie man sie ausspricht und spätestes bei der Wiederholung mitsingen kann. Im Alltagsleben sprechen die Spanier viel zu schnell, sodass ich wirklich kein Wort verstehe.
Ich bin gespannt, wie sich die Zeit hier gestaltet, wenn ich mich ein bisschen eingewöhnt habe und in vielen Dingen routinierter bin.
Hasta luego y ya nos veremos ! (tschüss und bis bald! =)

Eure Marie

Alyosha und Anabel